Praxis für Neurochirurgie
Dr. med. Daniel Martin
Hüblerstraße 1, 01309 Dresden

Telefon: 0351 312767-10
Telefax: 0351 312767-20

Periphere Nervchirurgie - Verletzungen der peripheren Nerven

  • Website vergrößern
  • Druckansicht

Aufgrund von unterschiedlichsten äußeren Einflüssen, kann es zu einer Verletzung der peripheren Nerven kommen. Stumpfe Verletzungen der peripheren Nerven können zu vorrübergehenden Funktionseinschränkungen führen, aber auch bleibende Schäden verursachen. Hier kann, je nach Schädigung, ein operativer Eingriff die Funktion wiederherstellen. Penetrierende Verletzungen z.B. durch einen scharfen Gegenstand können eine Nervendurchtrennung verursachen, die eine Lähmung der Muskulatur, Schmerzen, welche chronische werden können, sowie eine Taubheit der Haut zur Folge haben. Mit Hilfe eines operativen Eingriffs kann der durchtrennte Nerv genäht werden.

Chirurgie von Plexus brachialis-Verletzungen (Armplexuslähmung; Armlähmung, Plexuslähmung)

Ursachen & Symptome

Der Armplexus besteht aus Nerven, die vom Rückenmark im Halswirbelbereich ausgehen und den gesamten Arm (incl. Schultergürtel, Oberarm, Unterarm und die Hand) motorisch und sensibel (Kraft und Gefühl) versorgen. Auch die Schmerzempfindungen werden durch dieses Nervengeflecht geleitet. Verletzungen von Nerven des Armplexus kommen häufig in einer jüngeren, sportlichen Patientengruppe vor (typisch nach Motorrad- oder Fahrradunfall, häufiger Männer als Frauen). Man erkennt solche Schäden an Bewegungseinschränkungen in dem betroffenen Arm und Schultergürtel sowie auch durch Gefühlsstörungen in diesen Bereichen. In der Regel entstehen Lähmungen gleich nach dem Unfall. Abhängig von einzelnen Fällen kann es sich von einfacheren Dehnungsverletzungen oder Zerrungen bis zur Nervendurchtrennung oder Wurzelausriß aus dem Rückenmark in verschiedenen Höhen handeln. In der akuten Phase unmittelbar nach dem Unfall (gilt nur bei geschlossenen Verletzungen) sollen solche Armplexuslähmungen aktiv mit physiotherapeutischen Maßnahmen unter engmaschigen neurologischen Kontrollen behandelt werden. Bei über zwei bis drei Monate hinausgehenden persistierenden Lähmungen und Gefühlsstörungen sollten die chirurgischen Behandlungsmöglichkeiten berücksichtigt werden. Es sollte frühzeitig nach dem Unfall ein dafür spezielisierter Arzt aufgesucht werden.

Behandlung & Operation

Die Rekonstruktion von Armplexusverletzungen ist von der Art und Schweregrad der Verletzung abhängig. Bei vollständigen Wurzelausrissen aus dem Rückenmark sollten Nervenumleitungsmaßnahmen, auch Nerventransfer genannt, (z.B. Schulternerven zu Armnerven) durchgeführt werden. Dadurch werden die Nervenpotentiale von einem gesunden Nerv zu dem verletzten Nerv umgeleitet. Nach solchen Operationen sind physiotherapeutische "Umlernmaßnahmen" unersetzbar. Wie bei der Rekonstruktion anderer peripherer Nerven ist das Wiedererlangen der Funktion vollständig abhängig von Art und Ausmaß der notwendigen Nervenrekonstruktion. Bei einfacher Nervendekompression (Bedrängung der Nervenfasern von Narbengewebe) ist die Prognose am günstigsten. Bei anderen Arten von Rekonstruktionen (Naht der Armplexusnerven, Nervenumleitungsmaßnahmen etc.) ist die Prognose abhängig davon, wie früh die Rekonstruktion vorgenommen wird. Das Wiedererlangen der Funktion in solchen Fällen kann unter aktiver physiotherapeutischer Maßnahmen von einem bis zwei Jahre dauern.

Die Behandlung von Armplexuslähmungen erfordert eine interdisziplinäre Zusammenarbeit, wobei Spezialisten von verschiedenen Fachgebieten (z.B. Neurologen, Neurochirurgen, Physiotherapeuten, Unfallchirurgen etc.) zur Behandlung hinzugezogen werden.

Quelle: https://neuromartin.de/Periphere_Nervchirurgie_-_Verletzungen_der_peripheren_Nerven