Praxis für Neurochirurgie
Dr. med. Daniel Martin
Hüblerstraße 1, 01309 Dresden

Telefon: 0351 312767-10
Telefax: 0351 312767-20

Tendovaginosis stenosans (schnellender Finger)

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Die Behandlung diser Erkrankungen erfolgt in Zusammenarbeit mit den Kollegen der Handchirurgie.

Ursachen, Diagnostik & Symtome 

Das beim Öffnen der Faust auftretende, meist schmerzhafte Schnappen und Schnellen eines oder mehrerer Finger wird durch eine eingeklemmte Beugesehne im Bereich der A1-Ringbänder auf Fingergrundgelenkeshöhe verursacht. Eine Überlastung oder rheumatische Erkrankung, welche zur Verdickung und Einengung der Ringbänder wie auch Verdickung der Sehnen führen ist häufig die Ursache. Dies führt zu Sehnenknoten, was die Sehe daran hindert widerstandslos durch das Ringband zu gleiten. Gehäuft tritt dies mit einem Karpaltunnelsyndrom auf.

Zu Beginn der Erkrankung bemerkt der Patient meistens zur am Morgen das Schnappen des Fingers, welches sich über den Tagesverlauf unter Bewegung deutlich rückläufig zeigt. Wenn die Einklemmung weiter zunimmt ist eine Fingerstreckung nur unter Schmerzen mit Einschränkungen möglich. Der Daumen, Mittel- und Ringfinger sind am häufigsten betroffen. Die Tendovaginosis stenosans de Quervain ist eine sprezielle Form bei der die Daumenstrecksehne am Handgelenk daumenseitig eingeengt ist. Dies ist häufig schmerzhaft  ohne dass ein Schappen des Daumens vorliegt.

Therapiemöglichkeiten

Bestehen die Symptome erst kurze Zeit mit milden Beschwerden und nicht stark ausgesprägten Schnappen kann die Injektion mit einem Cortison am Ringband durchgeführt werden. Oftmals führt dies nicht zu einer dauerhaften Beschwerdefreiheit. In der operative Therapie bestehe gute die Chancen für eine langfristige Symptomfreiheit. Vor einer jeden Operation findet ein ausführliches Aufklärungsgespräch statt, in dem alle alternativen zur Operation, das intraoperative Vorgehen und das postoperative Procedere ausführlich erleutert wird. Die Einholung einer Zweitmeinung halte ich für eine Pflicht eines jeden Patienten. 

Operationsvorbereitung

blutverdünnende Medikamente: Vor einer Operation sollten blutverdünnende Medikamente zeitig genug vor der Operation nur nach Rücksprache mit dem Hausarzt abgesetzt werden. Sollte dies nicht möglich sein bitte ich Sie diese Thema in meiner Praxis anzusprechen. Eine Operation mit unter blutverdünnenden Medikamenten steigert das Nachblutungsrisiko. 

Fingerringe: Fingerringe sollten vor der Operation abgelegt werden. 

Nüchtern: Am Operationstag muss der Patient nüchtern sein. Das bedeutet, dass die letzte Zusichnahme von Nahrung und Flüssigkeiten mindestens 6 Stunden vor der OP erfolgt sien darf. 

Heimfahrt: Nach der Operation ist das selbständige führen eines Fahrzeuges im Straßenverkehr untersagt. Die Heimfahrt sollte mit einem Chauffeur oder dem Taxi erfolgen. 

Die Operation 

Dieser operative Eingriff wird ambulant in örtlicher Betäubung mit einer Lokalanästhesie in Blutleere durchgeführt Die erforderliche Blutleere wird durch eine Druckmanschette am Oberarm realisiert und ist für die kurze Zeit der OP erforderlich.

Dies verursacht einen Druck am Oberarm, welcher als unangenehm wahrgenommen wird. Es wird in der Operation das Ringband über einen kurzen Hautschnitt im Bereich des Fingergrundgelenks von der Hohlandseite aus eröffnet. Liegt eine Tendovaginosis de Quervain vor muss das daumenseitige Stecksehnenfach eröffnet werden. In einigen Fällen muss das Sehnenscheidengewebe entfernt werden um der Sehne ein freies Gleiten wieder zu ermöglichen. In der gleichen Operation kann die Karpaltunneloperation durchgeführt werden.

postoperative Nachsorge

In den ersten postoperativen Tagen sollte die Hand hoch gelagert werden und nicht unter Brusthöhe gehalten werden um ein Anschwellen der Hand möglichst gering zu halten. Hierzu ist keine Armschlinge nötig. Ab dem ersten Operationstag an ist eine aktive Fingergymnastik unabdingbar. Die Finger sollten mehrmals pro Stunde vollständig zu einer Faust gebeugt und wieder vollständig gestreckt werden. Der erste Verbandswechsel erfolgt in meiner Praxis. Die Hand ist die ersten zwei Wochen in einem Schutzhandschuh zu tragen. Aller zwei Tag sollte ein Verbandswechsel und Desinfektion der Wunde durchgeführt werden. zwischen dem 10. und 14. Tag nach der Operation werden die Fäden entfernt. Drei Tage danach ist das Waschen der Hand ohne Schutzhandschuh wieder möglich. Die Hand kann ab der dritten Woche wieder langsam belastet werden. Nach 4-6 Wochen ist diese meist, je nach Tätigkeit, wieder beruflich einsatzfähig. Treten Auffälligkeiten oder Fragen nach der Operation auf ist eine sofortige Kontaktaufnahme mit den zur Operation mitgegebenen Notfallnummern auf. Es ist jederzeit ein diensthabende neurochirurgischer Kollege im Krankenhaus Dresden Friedrichstadt über die Notaufnahme  erreichbar. 

Quelle: https://neuromartin.de/Tendovaginosis_stenosans_%28schnellender_Finger%29