Praxis für Neurochirurgie
Dr. med. Daniel Martin
Hüblerstraße 1, 01309 Dresden

Telefon: 0351 312767-10
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Dupuytren-Erkrankung (=gekrümmter Finger)

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Das Krankheitsbild des gekrümmten Fingers (Dupuytren-Erkrankung,= Dupuytren-Kontraktur, nach Guillaume Dupuytren [1777-1835], Anatom und Chirurg in Paris) gehört zu den gutartigen Bindegewebsneubildungen. Es handelt sich nicht um eine Erkrankung bzw. Verkürzung der Sehnen.

Die Behandlung diser Erkrankungen erfolgt in Zusammenarbeit mit den Kollegen der Handchirurgie.

Ursachen & Symptome

Die Ursachen der Erkrankung sind größtenteils unbekannt. Sie tritt bei Männern häufiger auf als bei Frauen ohne dass die Alltagsbelastung oder Verletzungen einen Einfluss darauf nehmen. Im fünften bis siebenden Lebensjahrzehnt dritt dies typischerweise auf. Der Ring- und Kleinfinger sind am häufigsten betroffen es folgt der Mittelfinger, Daumen und Zeigefinger. Die ersten Symptome ist eine knöcherne Verhärtung in der Hohlhand. Es gibt viele Patienten, bei denen dies jahrelang ohne Beschwerden besteht. Bilden sich aus diesen Unterhautknoten feste strangförmige Zügel kann der Finger nicht mehr voll bewegt werden und es kommt zu einer eingeschränkten Handfunktion. Zu Schmerzen kommt es in der Regel nur, wenn zusätzlich ein Schnellender Finger (Tendovaginosis stenosans) vorhanden ist. Es wird ein milder Verlauf von einem aggressiveren unterschieden. Die gutartige Form der Erkrankung betrifft 1-2 Finger und die Symptomatik entwickelt sich über viele Jahre. Die aggressive Verlaufsvariante beginnt meist vor dem 50. Lebensjahr und schreitet über alle Finger in einem kurzen Zeitraum voran und führt zu einem erheblichen Funktionsverlust der betroffenen Hand. Oftmals ist eine subcutane Bindegewebevermehrung an der streckseite der Hand und an der Fußsohle zu beobachten.

Therapieoptionen & Prognose

Da keine operative Therapie ohne Risiken ist, sollte diese erst angeboten werden bei eintreten einer zunehmenden Beugestellung mit entsprechender Behinderung der Fingerbewegung.

Da keine operative Therapie ohne Risiken ist, sollte diese erst angeboten werden bei eintreten einer zunehmenden Beugestellung mit entsprechender Behinderung der Fingerbewegung.

 Zwei OP-Techniken stehen zur Verfügung:

1.   Nadelfasziotomie: dies ist eine Methode, bei welcher die Bindegewebsstränge mit einer Nadel durchtrennt werden, dabei aber nicht abgetragen werden. Die Blockade der Fingersteckung wird dadurch beseitigt. Dies Verfahren zeigt für die Blockaden in den Fingergrundgelenke ein besseres Ergebnis als bei blockierten Mittelgelenken.

2.   Die mikrochirurgisch operative Lösung der Finger, auch partielle Fasziektomie genannt, ist ein größerer Eingriff, bei welchem neu gebildete Bindegewebe über eine längere Strecke entfernt wird.

Beide Therapieoptionen können eine beeinträchtigte Handfunktion deutlich verbessern. Es kommt jedoch häufig zu erneuten Kontrakturen, da nur das Symptom der Erkrankung und nicht die, aktuell noch unbekannte, Ursache behandelt wurde. Die Erkrankung schreitet fort und an dem operierten Finger oder an bisher nicht symptomatischen Fingern können im weiteren Verlauf Dupuytren-Kontrakturen auftreten.

 An einem operativ versorgen Finger ist die Rezidivrate bei der Nadelfasziotomie etwas höher, dafür ist es der wesentlich kleinere Eingriff. Handelt es sich um die aggressiven Formen der Dupuytren-Kontraktur sind die Erfolgsaussichten deutlich schlechter.

Operationsvorbereitung


blutverdünnende Medikamente: Vor einer Operation sollten blutverdünnende Medikamente zeitig genug vor der Opertion nur nach Rücksprache mit dem Hausarzt abgesetzt werden. Sollte dies nicht möglich sein bitte ich Sie diese Thema in meiner Praxis anzusprechen. Eine Opeation mit unter blutverdünnenden Medikamenten steigert das Nachblutungsrisiko. 

Fingerringe: Fingerringe sollten vor der Operation abgelegt werden. 

In der betreffenden Hand sollte keine Risse oder Wunden am OP-Tag vorhanden sein, da dies das Infektionsrisiko erhöht. Die Fingernägel sollten kurz gehalten und nicht lackiert sein. 

Nüchtern: Am Operationstag muss der Patient nüchtern sein. Das bedeutet, dass die letzte Zusichnahme von Nahrung und Flüssigkeiten mindestens 6 Stunden vor der OP erfolgt sien darf. 

Heimfahrt: Nach der Operation ist das selbständige führen eines Fahrzeuges im Straßenverkehr untersagt. Die Heimfahrt solte mit einem Chauffeur oder dem Taxi erfolgen. 

Die Operation 


Dieser operative Eingriff wird ambulant in örtlicher Betäubung mit einer Lokalanästhesie in Blutleere durchgeführt Die erforderliche Blutleere wird durch eine Druckmanschette am Oberarm realisiert und ist für die kurze Zeit der OP erforderlich. Dies verursacht einen Druck am Oberarm, welcher als unangenehm wahrgenommen wird. 

Die Nadelfasziotomie

Dieser operative Eingriff wird ambulant in örtlicher Betäubung mit einer Lokalanästhesie durchgeführt. Es werdem die knotigen Bindegewebsstränge durch die Haut mit wiederholten Nadelstichen perforiert und unter Zug der Finger in Streckstellung gebracht, was zu einer kompletten durchtrennung der Stränge führt. 

Die mikrochirurgische operative Fingerlösung

Dieser operative Eingriff wird ambulant in einer Plexus brachialis-Anästhesie (=örtlicher Betäubung des gesamten Armes mit einer Lokalanästhesie) in Blutleere durchgeführt. Die erforderliche Blutleere wird durch eine Druckmanschette am Oberarm realisiert und ist für die kurze Zeit der OP erforderlich. Dies verursacht einen Druck am Oberarm, welcher als unangenehm wahrgenommen wird.

Um genauer an der Hand arbeiten zu können wird dieser Eingriff mit der Lupenbrille durchgeführt. In den meisten Fällen ist es ausreichend das neu gebildete Bindegewebe, welches für die Symptomatik verantwortlich ist zu entfefrnen. Dabei sollten die teilweise ummauerten Fingernerven und Arterien geschont werden. Es wird ein ca. 3 cm langer Hautschnitt benötigt und eine Drainage zum Ablauf der Wundflüssigkeit eingelegt. 

postoperative Nachsorge

nach der Nadelfasziotomie ist für ca. 2-3 Tage ein Verband nötig. nach einer Woche kann die Hand wieder im Alltag eingesetzt werden. 

nach der mikrochirurgische operative Fingerlösung sollte in den ersten postoperativen Tagen die Hand hoch gelagert werden und nicht unter Brusthöhe gehalten werden um ein Anschwellen der Hand möglichst gering zu halten. Hierzu ist keine Armschlinge nötig. Der Verbandswechsel erfolgt in meiner Praxis, da die Finger unter Anleitung passiv und aktiv bewegt werden. Ab dem ersten Verbandswechsel ist eine aktive Fingergymnastik unabdingbar. Die Finger sollten mehrmals pro Stunde vollständig zu einer Faust gebeugt und wieder vollständig gestreckt werden. Der weiteren Verbandswechsel erfolgen in meiner Praxis. Die Hand ist die ersten zwei Wochen in einem Schutzhandschuh zu tragen. Aller zwei Tag sollte ein Verbandswechsel und Desinfektion der Wunde durchgeführt werden. zwischen dem 14. und 17. Tag nach der Operation werden die Fäden entfernt. Drei Tage danach ist ein Handbad mit Kernseife wieder möglich. Die Hand kann ab der vierten Woche wieder langsam belastet werden. Nach 4-6 Wochen ist diese meist, je nach Tätigkeit, wieder beruflich einsatzfähig. Treten Auffälligkeiten oder Fragen nach der Operation auf ist eine sofortige Kontaktaufnahme mit den zur Operation mitgegebenen Notfallnummern auf. Es ist jederzeit ein diensthabende neurochirurgischer Kollege im Krankenhaus Dresden Friedrichstadt über die Notaufnahme  ereichbar. 

Quelle: https://neuromartin.de/Dupuytren-Erkrankung__%28%3Dgekr%C3%BCmmter_Finger%29